Familie Forster - Das sind Tabea, Ihre Mama Nataly und Papa Klaus

Starlight Express (Bochum)

9. Oktober 2021

Nach der langen Zeit der Entbehrungen war es mir ein Bedürfnis meiner Tochter eine Freude zu machen. Als ehemaliger „Starlight- Express“ Fan lag es daher Nahe, das ich meine Tochter mit der Leidenschaft für das Rollschuhlaufen/Skaten ansteckte. Die Musik des Musicals lief jeden Abend und so startete ich in unbeobachteten Momenten die Vorbereitungen für unser gemeinsames Wochenende. Ein Hotel zur Übernachtung wurde schnell gefunden und da ich die besten Sitzplätze bereits aus meinen zahlreichen Besuchen der Show kannte, waren diese auch schnell gebucht.

Die Hinfahrt zog sich gefühlt ins Unendliche da wir mindestens genauso viel Baustellen hatten wie LKW’s auf der Straße. Aber irgendwann waren wir am Ziel und bezogen unsere Unterkunft. Aufgrund der Corona–Lage fand der Checkin komplett ohne Personal statt, was für mich auch eine neue und ungewohnte Erfahrung war. Das Zimmer war klein und nicht mehr als zweckmäßig. Aber wir wollten ja auch das Wochenende nicht dort verbringen. Also stellten wir unsere Koffer ab, und nach einer kurzen Pause ging es dann direkt zur „Starlight-Express“-Halle. Auch hier kein wirklich schöner Anblick denn uns kamen bereits die Zuschauer der Mittagsvorstellung entgegen. Auf mein Nachfragen an einen der Besucher erfuhr ich dann, das die Vorstellung aufgrund technischer Probleme abgebrochen wurde. Ob die Abendvorstellung stattfinden könne, wisse man leider noch nicht.

Wie sollte ich DAS meiner Tochter beibringen?? Nun gut, ich überlegte mir, wie ich an weitere Informationen kommen könnte und steuerte mit meiner Tochter den Backstage-Eingang an. Sie studierte voller Interesse die Botschaften anderer Fans, welche an den Backsteinen des Gebäudes zu 1000-den zu lesen sind. Plötzlich sagte sie: „Mama, da steht Electra am Eingang, ist das eine Pappfigur??“ Und da stand wirklich ein Darsteller. Allerdings nicht mehr im Kostüm sondern in Boxershorts 😉. Vermutlich hatte er sich wieder ausgezogen, weil es im Kostüm zu warm ist. Als er sich bewegte kam meine Tochter ins Staunen: “das ist ja ein Darsteller“. Und dieser bewegte sich auf Rollen dann Richtung Ausgang und begrüßte eine kleine Gruppe junger Mädchen mit Ihren Eltern. Diese hatten wohl ein kleines Treffen erbeten, um dem Geburtstagskind aus der abgebrochenen Vorstellung den Tag noch ein wenig schöner zu machen. Er gab Autogramme, es durften Photos gemacht werden. Aber meine Tochter war zu schüchtern um sich dazu zu gesellen. Sie bestaunte nur stumm die Szene. Ich nutzte die Gelegenheit, machte ein paar Bilder zur Erinnerung und wir schlenderten wieder Richtung Foyer Eingang. Als wir dann sahen, das die Mitarbeiter begannen die Armbändchen vorzubereiten wussten wir, das es zum Einlass nun nicht mehr lange dauern würde. Und so kam es dann auch. Die Türen wurden geöffnet und die Zugangskontrolle verlief ohne Probleme. Wir gingen dann direkt auf Gleis 1a wo wir unsere Sitzplätze hatten.

 

Tabea war von der Größe und dem herrschenden Lichtspektakel sichtlich beeindruckt. Als es dann losging, erschrak sie sich über die herrschende Lautstärke und war völlig fasziniert vom Können der Darsteller. Da es viele Szenen gab wo auf allen Ebenen etwas geboten wurde, wusste man manchmal nicht wo man zuerst hinschauen sollte. Die neu überarbeitete Story hatte einige Pluspunkte, weil die Handlung schlüssiger war. Aber leider auch einige Minuspunkte, weil die Darsteller teilweise einen extrem starken Akzent haben und man sie kaum versteht. So geht leider einiges an Genuss verloren. Die Änderungen an den Liedern und Kostümen sind (mMn) gewöhnungsbedürftig gerade für langjährige Fans wie mich, die die Entwicklung von Anfang an miterlebt haben. Ich denke die Änderungen basieren auf den Vorgaben und den Geschmäckern des englischen Publikums, was aber nicht unbedingt den Geschmack der Deutschen wiederspiegelt. Dennoch war die tänzerische/schauspielerische Leistung der Darsteller überragend wenn man bedenkt, wie anstrengend es ist in Kostümen auf Rollschuhen zu tanzen, die ein Gewicht von bis zu 14 kg haben die Rollschuhe mit knapp 4 Kilo nicht mit einberechnet. Die grandiose Technik, die Lichteffekte und die Leistung der Darsteller ist ein Besuch allemal wert und tröstet über die Verständnisprobleme hinweg.

Meine Tochter war komplett begeistert und fragte mich auf dem Heimweg doch glatt, ob wir „nächsten Samstag wieder in die Show“ gehen wollen. Und Ihr Strahlen in den Augen lässt stark vermuten, das „Starlight Express“ einen kleinen Fan mehr hat.

Nataly